Die Welt durch andere Augen sehen

Junge Menschen auf Entdeckungsreise in ihrer Region

Wie sehen junge Menschen ihre Region und welche Orte bedeuten für sie zu Hause? In einem Fotoprojekt in Mecklenburg-Vorpommern haben 28 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 5 bis 27 Jahren genau das sichtbar gemacht. In Tandems mit Gleichaltrigen, ausgestattet mit Handykameras.

Gemeinsam unterwegs

Fast sechs Monate lang waren sie gemeinsam auf Entdeckungsreise in ihrer eigenen Region. Nicht auf der Suche nach Postkartenmotiven, sondern Bildern, die ihre Geschichten erzählen.

Beim ersten Treffen klärten die Teilnehmenden zunächst gemeinsam alles Organisatorische: Womit wird fotografiert? Was ist beim Datenschutz zu beachten? Welche Ausflüge wollen sie unternehmen? Die Wunschliste war lang und alle wurden aktiv eingebunden. Auf dem Programm standen unter anderem eine Schifffahrt zu einer Insel und zu den dort beheimateten Seehunden, der Besuch eines Weihnachtsmarktes sowie ein Ausflug in den Tierpark.

Jede Exkursion hatte ein fotografisches Thema: Perspektive, Licht und Schatten, Bewegung, spannende Bildgestaltung.

Fachlichen Input rund ums Fotografieren gab es von einer Profi-Fotografin. Die Kulturgesellschaft beteiligte sich ebenfalls: Sie organisierte einen Stadtrundgang und einen fachlichen Input zum Thema Architektur anlässlich des Runge-Jubiläumsjahres.

In den Tandems entstanden die Ideen

In den Tandems wurden Motive entwickelt, diskutiert und umgesetzt. Die Paare tauschten sich über das Gelernte aus, experimentierten und entschieden am Ende gemeinsam, welche Fotos zur Endabstimmung eingereicht wurden. Bei der Abschlussveranstaltung wählten dann alle Teilnehmenden zusammen die Bilder aus, die ausgestellt werden sollen. Zusätzlich wurden Fotomagnete gedruckt.

Entstanden ist dabei mehr als eine Bildersammlung: Perspektiven, die zeigen, wie junge Menschen ihr Zuhause wahrnehmen und die ihre Geschichten erzählen.

Ab Juni sollen die Bilder im Rahmen des Rungesommers, einem Kulturevent zu Ehren des Malers Philipp Otto Runge, ausgestellt werden.

Partizipation, die sichtbar wird

Dieses Projekt zeigt, was Beteiligung bewirken kann: Junge Menschen haben selbst entschieden, was sie zeigen wollen. Sie haben ihre Region erkundet und ihre Perspektiven sichtbar gemacht. Das stärkt Selbstwirksamkeit und das Bewusstsein, dass die eigene Sichtweise zählt. Beteiligung ist ein Kinderrecht und beste Bildung entsteht dort, wo junge Menschen mitgestalten und Selbstwirksamkeit erleben.

Chancenpatenschaften: Begegnungen auf Augenhöhe

Das Fotoprojekt in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Rahmen der Chancenpatenschaften der Stiftung Bildung gefördert. Das Programm bringt Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 27 Jahren in Tandems mit Gleichaltrigen zusammen. Durch die Teilnahme lernen sie neue Lebenswelten kennen und sammeln wichtige Erfahrungen rund um Selbstwirksamkeit und Teilhabe. Denn junge Menschen brauchen mehr als auf dem Lehrplan steht.

Mehr über das Programm Chancenpatenschaften und wie man mitmachen kann, erfährst du hier.

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Daria Kappel
Programmleitung Chancenpatenschaften
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